Paolo Rossi, Künstler, Bildhauer und Maler. Lebt und arbeitet
in Zürich und Opfikon.
„Obwohl ich seit langem keine Steine mehr behaue, entwickeln sich meine
Arbeiten oft auch aus der Sichtweise
und dem Empfinden eines Steinbildhauer. Gravität und Erstarrtes, habe ich
aber ab einem gewissen Zeitpunkt,
als einengende Faktoren erfahren.
Die Materialresten meiner Skulpturen auf dem Arbeitsplatz, mit dem Spitzeisen
abgeschlagene, zufällig in
verschiedenen Farben herum liegende Steinsplitter haben, mir vor Jahren eine neue
Spur eröffnet. Ich habe die
Steinsplitter gesammelt, zu Steinpigmente/Farbpigmente verarbeitet und mit verschiedenen Bindemitteln
experimentiert. Der Stein
wurde „flüssig“ und meine Auseinandersetzungen vielseitiger.
Das behauen von Stein hat mich durch diese
Erfahrung nicht mehr interessiert.
Bildbauer ist eine doppeldeutige Berufs-Bezeichnung, die am ehesten auf mein
Arbeiten zutrifft und dies im
weitesten Sinne. Bauen, Herstellen, Kultivieren und Prozesse auslösen.
Mich beschäftigen Wahrnehmungsabläufe, die ich z.B., fotografisch (Blickverläufe)
untersuche, in Installationen
(Raumskizze)hinterfrage oder in Aktionen (Mikroskopische Eingriffe oder flowingsculpture) als wichtigen
Bestandteil einbringe.
Arbeiten wie „Mischfelder“ entstehen im so genannt geschützten
Atelierraum, ein Arbeitsraum mit den
geringsten äusseren Einflüssen und mit der grössten, möglichen
Kontrolle.“
